Sprache & Umgangsformen

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20 zufällig gezogene von 63 Fragen. Bei jedem Aufruf zieht das Amt neu.

  1. Wie sagt man in Köln „Tschüss“?

    1. „Servus!“
    2. „Adieu, Monsieur!“
    3. „Tschö!“
    4. „Alaaf!“
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    Amtlich richtig: „Tschö!“

    Im Rheinland sagt man „Tschö“ oder „Tschö mit ö“. Das stimmt wirklich. „Alaaf“ ruft man nur im Karneval.

  2. Was bedeutet „Das ist nicht mein Bier“?

    1. Ich trinke lieber Wein.
    2. Dafür bin ich nicht zuständig.
    3. Jemand hat mein Glas genommen.
    4. Ich habe das Bier zwar bestellt, aber es ist die falsche Sorte, und jetzt will ich den Chef sprechen.
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    Amtlich richtig: Dafür bin ich nicht zuständig.

    Zuständigkeit ist in Deutschland so wichtig, dass man sie sogar mit Getränken erklärt.

  3. Jemand lobt Ihren Pullover. Was antworten Sie?

    1. „Ich weiß.“
    2. „Danke! Ich habe ihn selbst gestrickt, aus der Wolle von meinem eigenen Schaf. Es heißt Gertrud.“
    3. „Der war im Angebot.“
    4. „Wollen Sie ihn kaufen?“
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    Amtlich richtig: „Der war im Angebot.“

    Komplimente nimmt man in Deutschland nicht an. Man leitet sie an den Preis weiter.

  4. Ein Berliner Bekannter sagt: „Na?“ Was antworten Sie?

    1. „Na.“
    2. „Ja, bitte?“
    3. „Nein.“
    4. „Danke, gut. Ich war gestern beim Zahnarzt, und morgen kommt der Schornsteinfeger.“
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    Amtlich richtig: „Na.“

    „Na?“ – „Na.“ Das ist ein ganzes Gespräch. Mehr wäre schon Geschwätz.

  5. Sie kommen in ein Wartezimmer beim Arzt. Was tun Sie?

    1. Ich sage laut „Guten Tag“ in den Raum.
    2. Ich gebe allen die Hand und frage nach ihren Beschwerden.
    3. Ich setze mich auf den Platz mit dem meisten Abstand zu allen.
    4. Antwort 1 und 3.
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    Amtlich richtig: Antwort 1 und 3.

    Grüßen ist Pflicht, antworten ist freiwillig. Danach schaut man 40 Minuten auf dasselbe Plakat über Zähne.

  6. Ihr Kollege hat morgen Geburtstag. Was sagen Sie heute?

    1. „Alles Gute schon mal!“
    2. „Herzlichen Glückwunsch im Voraus!“ – mit Karte, Kuchen und einem Lied im Flur.
    3. „Wie alt wirst du denn? So alt siehst du gar nicht aus.“
    4. Nichts. Vorher gratulieren bringt Unglück.
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    Amtlich richtig: Nichts. Vorher gratulieren bringt Unglück.

    Vor dem Geburtstag gratuliert man nicht. Der Aberglaube ist echt, und in Deutschland nimmt man ihn sehr ernst.

  7. Sie fahren Zug. Wann dürfen Sie mit fremden Menschen reden?

    1. Sofort nach dem Einsteigen.
    2. Nie. Auch nicht bei einem Unfall.
    3. Wenn der Zug seit einer Stunde steht und alle gemeinsam seufzen.
    4. Nur wenn man sich vorher schriftlich vorgestellt hat.
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    Amtlich richtig: Wenn der Zug seit einer Stunde steht und alle gemeinsam seufzen.

    Gemeinsames Warten verbindet. Erst dann darf man sagen: „Typisch, oder?“

  8. Ein Hamburger sagt: „Da nicht für.“ Was meint er?

    1. „Dafür bin ich nicht zuständig.“
    2. „Gern geschehen.“
    3. „Das ist mir zu teuer.“
    4. „Ich bin grundsätzlich dagegen, egal worum es geht, und zwar schon seit 1974.“
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    Amtlich richtig: „Gern geschehen.“

    Im Norden spart man sogar beim Bedanken Wörter. Der Satz ist dort wirklich üblich.

  9. Wie beginnen Sie eine förmliche E-Mail an eine Firma?

    1. „Sehr geehrte Damen und Herren,“
    2. „Hey Leute!“
    3. „Yo, was geht?“
    4. „Liebe Firma, ich hoffe, es geht Ihnen und Ihren Aktenordnern gut in dieser schwierigen Zeit.“
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    Amtlich richtig: „Sehr geehrte Damen und Herren,“

    Mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ macht man nichts falsch. Nur alles ein bisschen langweilig.

  10. Sie bekommen ein Geschenk. Wie packen Sie es aus?

    1. Vorsichtig. Das Papier wird glatt gestrichen, gefaltet und aufgehoben.
    2. Ich reiße das Papier auf.
    3. Gar nicht. Ich gebe es ungeöffnet weiter.
    4. Mit der Schere, dann werfe ich das Papier in die Luft und rufe laut „Juhu!“.
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    Amtlich richtig: Vorsichtig. Das Papier wird glatt gestrichen, gefaltet und aufgehoben.

    Gutes Geschenkpapier hält drei Weihnachten. Mindestens.

  11. Ihre Gäste sollen langsam gehen. Was sagen Sie?

    1. „Raus!“
    2. „Bleibt doch noch! Ich mache noch eine Flasche auf und hole das Fotoalbum vom Urlaub 1998.“
    3. Nichts, ich schalte das Licht aus.
    4. „So, morgen ist ja auch wieder ein Tag.“
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    Amtlich richtig: „So, morgen ist ja auch wieder ein Tag.“

    Deutsche Gastgeber werfen niemanden raus. Sie erwähnen nur den nächsten Tag.

  12. Jemand hält Ihnen die Tür auf. Sie sind noch 15 Meter entfernt. Was tun Sie?

    1. Ich gehe extra langsam.
    2. Ich drehe um und nehme einen anderen Eingang.
    3. Ich rufe: „Nicht nötig!“ Dann warten wir beide fünf Minuten, bis einer nachgibt.
    4. Ich laufe schnell los, damit er nicht warten muss.
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    Amtlich richtig: Ich laufe schnell los, damit er nicht warten muss.

    Aufgehaltene Türen erzeugen Laufdruck. Das ist eine deutsche Naturkraft.

  13. Wie sprechen Sie Ihren Chef an, wenn er einen Doktortitel hat?

    1. „Chef“.
    2. „Herr Doktor Wagner“. Den Titel lässt man nie weg.
    3. „Boss“.
    4. Mit Vornamen. Das hat er beim Sommerfest 2019 nach dem dritten Glas angeboten, und das gilt für immer.
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    Amtlich richtig: „Herr Doktor Wagner“. Den Titel lässt man nie weg.

    Einen Doktortitel hat man nicht zum Spaß gemacht. Man benutzt ihn bis zur Rente.

  14. Wie buchstabieren Sie „Meyer“ am Telefon?

    1. „Meyer. Wie man es spricht.“
    2. „Mit Ypsilon. Nein, dem anderen Ypsilon.“
    3. „M wie Martha, E wie Emil, Y wie Ypsilon, E wie Emil, R wie Richard.“
    4. „M, e, i … ach, schreiben Sie einfach Müller.“
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    Amtlich richtig: „M wie Martha, E wie Emil, Y wie Ypsilon, E wie Emil, R wie Richard.“

    Die deutsche Buchstabiertafel ist ein Kulturgut. Martha und Emil sind mit jedem Deutschen irgendwie verwandt.

  15. Welcher Satz ist ein bekannter deutscher Zungenbrecher?

    1. „Guten Tag.“
    2. „Ich hätte gern ein Brötchen.“
    3. „Beim Bürgeramt ist morgen ein Termin frei.“ – Das ist kein Zungenbrecher, nur unglaublich.
    4. „Fischers Fritz fischt frische Fische.“
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    Amtlich richtig: „Fischers Fritz fischt frische Fische.“

    „Fischers Fritz“ lernt jedes Kind. Das stimmt wirklich. Mit Schnupfen ist er besonders schwer.

  16. Was bedeutet „Ich glaub, mein Schwein pfeift!“?

    1. Mein Haustier kann singen.
    2. Ich möchte bitte einen Tierarzt.
    3. Ich bin sehr überrascht.
    4. Auf dem Bauernhof ist Mittagspause, und alle Tiere dürfen jetzt eine Viertelstunde laut sein.
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    Amtlich richtig: Ich bin sehr überrascht.

    Schweine pfeifen nicht. Genau deshalb ist man ja so überrascht.

  17. Was bedeutet „Passt schon“?

    1. Es passt.
    2. Es passt nicht, aber ich sage nichts.
    3. Ich bin tief gekränkt.
    4. Alles oben Genannte – das hängt vom Tonfall ab.
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    Amtlich richtig: Alles oben Genannte – das hängt vom Tonfall ab.

    Das ist eine der schwersten Aufgaben für Deutschlernende. Deutsche selbst verstehen es übrigens auch nicht immer.

  18. Was ist die Mehrzahl von „Status“?

    1. „Stati“
    2. „Status“, nur mit langem u gesprochen.
    3. „Statusse“
    4. „Statüsser“, so wie bei Häuser und Mäuser
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    Amtlich richtig: „Status“, nur mit langem u gesprochen.

    Die Mehrzahl von „Status“ ist wirklich „Status“. Wer „Stati“ sagt, wird freundlich korrigiert, und zwar ausführlich.

  19. Was bedeutet „Mit freundlichen Grüßen“ am Ende einer E-Mail?

    1. Die Person ist ausgesprochen freundlich und wünscht Ihnen wirklich alles Gute.
    2. Die Person ist sachlich.
    3. Die Person ist wütend. Freundlich wäre „Viele Grüße“.
    4. Gar nichts.
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    Amtlich richtig: Die Person ist wütend. Freundlich wäre „Viele Grüße“.

    Die Steigerung: „Viele Grüße“, „Beste Grüße“, „Mit freundlichen Grüßen“, „MfG“. Bei „MfG“ ist die Ausbürgerung schon beantragt.

  20. Wie begrüßt man sich unter Kollegen?

    1. Mit einem kurzen, festen Händedruck und Blickkontakt. Danach redet man sofort über das Wetter.
    2. Mit einem Küsschen links, einem Küsschen rechts und noch einem links, zur Sicherheit.
    3. Mit einer Umarmung.
    4. Gar nicht, man schreibt eine E-Mail.
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    Amtlich richtig: Mit einem kurzen, festen Händedruck und Blickkontakt. Danach redet man sofort über das Wetter.

    Der Händedruck dauert ungefähr so lange wie ein Formular zum Unterschreiben braucht. Also kurz, aber verbindlich.