Sprache & Umgangsformen
20 zufällig gezogene von 63 Fragen. Bei jedem Aufruf zieht das Amt neu.
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Wie sagt man in Köln „Tschüss“?
- „Servus!“
- „Adieu, Monsieur!“
- „Tschö!“
- „Alaaf!“
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Amtlich richtig: „Tschö!“
Im Rheinland sagt man „Tschö“ oder „Tschö mit ö“. Das stimmt wirklich. „Alaaf“ ruft man nur im Karneval.
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Was bedeutet „Das ist nicht mein Bier“?
- Ich trinke lieber Wein.
- Dafür bin ich nicht zuständig.
- Jemand hat mein Glas genommen.
- Ich habe das Bier zwar bestellt, aber es ist die falsche Sorte, und jetzt will ich den Chef sprechen.
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Amtlich richtig: Dafür bin ich nicht zuständig.
Zuständigkeit ist in Deutschland so wichtig, dass man sie sogar mit Getränken erklärt.
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Jemand lobt Ihren Pullover. Was antworten Sie?
- „Ich weiß.“
- „Danke! Ich habe ihn selbst gestrickt, aus der Wolle von meinem eigenen Schaf. Es heißt Gertrud.“
- „Der war im Angebot.“
- „Wollen Sie ihn kaufen?“
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Amtlich richtig: „Der war im Angebot.“
Komplimente nimmt man in Deutschland nicht an. Man leitet sie an den Preis weiter.
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Ein Berliner Bekannter sagt: „Na?“ Was antworten Sie?
- „Na.“
- „Ja, bitte?“
- „Nein.“
- „Danke, gut. Ich war gestern beim Zahnarzt, und morgen kommt der Schornsteinfeger.“
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Amtlich richtig: „Na.“
„Na?“ – „Na.“ Das ist ein ganzes Gespräch. Mehr wäre schon Geschwätz.
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Sie kommen in ein Wartezimmer beim Arzt. Was tun Sie?
- Ich sage laut „Guten Tag“ in den Raum.
- Ich gebe allen die Hand und frage nach ihren Beschwerden.
- Ich setze mich auf den Platz mit dem meisten Abstand zu allen.
- Antwort 1 und 3.
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Amtlich richtig: Antwort 1 und 3.
Grüßen ist Pflicht, antworten ist freiwillig. Danach schaut man 40 Minuten auf dasselbe Plakat über Zähne.
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Ihr Kollege hat morgen Geburtstag. Was sagen Sie heute?
- „Alles Gute schon mal!“
- „Herzlichen Glückwunsch im Voraus!“ – mit Karte, Kuchen und einem Lied im Flur.
- „Wie alt wirst du denn? So alt siehst du gar nicht aus.“
- Nichts. Vorher gratulieren bringt Unglück.
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Amtlich richtig: Nichts. Vorher gratulieren bringt Unglück.
Vor dem Geburtstag gratuliert man nicht. Der Aberglaube ist echt, und in Deutschland nimmt man ihn sehr ernst.
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Sie fahren Zug. Wann dürfen Sie mit fremden Menschen reden?
- Sofort nach dem Einsteigen.
- Nie. Auch nicht bei einem Unfall.
- Wenn der Zug seit einer Stunde steht und alle gemeinsam seufzen.
- Nur wenn man sich vorher schriftlich vorgestellt hat.
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Amtlich richtig: Wenn der Zug seit einer Stunde steht und alle gemeinsam seufzen.
Gemeinsames Warten verbindet. Erst dann darf man sagen: „Typisch, oder?“
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Ein Hamburger sagt: „Da nicht für.“ Was meint er?
- „Dafür bin ich nicht zuständig.“
- „Gern geschehen.“
- „Das ist mir zu teuer.“
- „Ich bin grundsätzlich dagegen, egal worum es geht, und zwar schon seit 1974.“
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Amtlich richtig: „Gern geschehen.“
Im Norden spart man sogar beim Bedanken Wörter. Der Satz ist dort wirklich üblich.
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Wie beginnen Sie eine förmliche E-Mail an eine Firma?
- „Sehr geehrte Damen und Herren,“
- „Hey Leute!“
- „Yo, was geht?“
- „Liebe Firma, ich hoffe, es geht Ihnen und Ihren Aktenordnern gut in dieser schwierigen Zeit.“
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Amtlich richtig: „Sehr geehrte Damen und Herren,“
Mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ macht man nichts falsch. Nur alles ein bisschen langweilig.
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Sie bekommen ein Geschenk. Wie packen Sie es aus?
- Vorsichtig. Das Papier wird glatt gestrichen, gefaltet und aufgehoben.
- Ich reiße das Papier auf.
- Gar nicht. Ich gebe es ungeöffnet weiter.
- Mit der Schere, dann werfe ich das Papier in die Luft und rufe laut „Juhu!“.
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Amtlich richtig: Vorsichtig. Das Papier wird glatt gestrichen, gefaltet und aufgehoben.
Gutes Geschenkpapier hält drei Weihnachten. Mindestens.
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Ihre Gäste sollen langsam gehen. Was sagen Sie?
- „Raus!“
- „Bleibt doch noch! Ich mache noch eine Flasche auf und hole das Fotoalbum vom Urlaub 1998.“
- Nichts, ich schalte das Licht aus.
- „So, morgen ist ja auch wieder ein Tag.“
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Amtlich richtig: „So, morgen ist ja auch wieder ein Tag.“
Deutsche Gastgeber werfen niemanden raus. Sie erwähnen nur den nächsten Tag.
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Jemand hält Ihnen die Tür auf. Sie sind noch 15 Meter entfernt. Was tun Sie?
- Ich gehe extra langsam.
- Ich drehe um und nehme einen anderen Eingang.
- Ich rufe: „Nicht nötig!“ Dann warten wir beide fünf Minuten, bis einer nachgibt.
- Ich laufe schnell los, damit er nicht warten muss.
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Amtlich richtig: Ich laufe schnell los, damit er nicht warten muss.
Aufgehaltene Türen erzeugen Laufdruck. Das ist eine deutsche Naturkraft.
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Wie sprechen Sie Ihren Chef an, wenn er einen Doktortitel hat?
- „Chef“.
- „Herr Doktor Wagner“. Den Titel lässt man nie weg.
- „Boss“.
- Mit Vornamen. Das hat er beim Sommerfest 2019 nach dem dritten Glas angeboten, und das gilt für immer.
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Amtlich richtig: „Herr Doktor Wagner“. Den Titel lässt man nie weg.
Einen Doktortitel hat man nicht zum Spaß gemacht. Man benutzt ihn bis zur Rente.
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Wie buchstabieren Sie „Meyer“ am Telefon?
- „Meyer. Wie man es spricht.“
- „Mit Ypsilon. Nein, dem anderen Ypsilon.“
- „M wie Martha, E wie Emil, Y wie Ypsilon, E wie Emil, R wie Richard.“
- „M, e, i … ach, schreiben Sie einfach Müller.“
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Amtlich richtig: „M wie Martha, E wie Emil, Y wie Ypsilon, E wie Emil, R wie Richard.“
Die deutsche Buchstabiertafel ist ein Kulturgut. Martha und Emil sind mit jedem Deutschen irgendwie verwandt.
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Welcher Satz ist ein bekannter deutscher Zungenbrecher?
- „Guten Tag.“
- „Ich hätte gern ein Brötchen.“
- „Beim Bürgeramt ist morgen ein Termin frei.“ – Das ist kein Zungenbrecher, nur unglaublich.
- „Fischers Fritz fischt frische Fische.“
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Amtlich richtig: „Fischers Fritz fischt frische Fische.“
„Fischers Fritz“ lernt jedes Kind. Das stimmt wirklich. Mit Schnupfen ist er besonders schwer.
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Was bedeutet „Ich glaub, mein Schwein pfeift!“?
- Mein Haustier kann singen.
- Ich möchte bitte einen Tierarzt.
- Ich bin sehr überrascht.
- Auf dem Bauernhof ist Mittagspause, und alle Tiere dürfen jetzt eine Viertelstunde laut sein.
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Amtlich richtig: Ich bin sehr überrascht.
Schweine pfeifen nicht. Genau deshalb ist man ja so überrascht.
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Was bedeutet „Passt schon“?
- Es passt.
- Es passt nicht, aber ich sage nichts.
- Ich bin tief gekränkt.
- Alles oben Genannte – das hängt vom Tonfall ab.
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Amtlich richtig: Alles oben Genannte – das hängt vom Tonfall ab.
Das ist eine der schwersten Aufgaben für Deutschlernende. Deutsche selbst verstehen es übrigens auch nicht immer.
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Was ist die Mehrzahl von „Status“?
- „Stati“
- „Status“, nur mit langem u gesprochen.
- „Statusse“
- „Statüsser“, so wie bei Häuser und Mäuser
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Amtlich richtig: „Status“, nur mit langem u gesprochen.
Die Mehrzahl von „Status“ ist wirklich „Status“. Wer „Stati“ sagt, wird freundlich korrigiert, und zwar ausführlich.
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Was bedeutet „Mit freundlichen Grüßen“ am Ende einer E-Mail?
- Die Person ist ausgesprochen freundlich und wünscht Ihnen wirklich alles Gute.
- Die Person ist sachlich.
- Die Person ist wütend. Freundlich wäre „Viele Grüße“.
- Gar nichts.
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Amtlich richtig: Die Person ist wütend. Freundlich wäre „Viele Grüße“.
Die Steigerung: „Viele Grüße“, „Beste Grüße“, „Mit freundlichen Grüßen“, „MfG“. Bei „MfG“ ist die Ausbürgerung schon beantragt.
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Wie begrüßt man sich unter Kollegen?
- Mit einem kurzen, festen Händedruck und Blickkontakt. Danach redet man sofort über das Wetter.
- Mit einem Küsschen links, einem Küsschen rechts und noch einem links, zur Sicherheit.
- Mit einer Umarmung.
- Gar nicht, man schreibt eine E-Mail.
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Amtlich richtig: Mit einem kurzen, festen Händedruck und Blickkontakt. Danach redet man sofort über das Wetter.
Der Händedruck dauert ungefähr so lange wie ein Formular zum Unterschreiben braucht. Also kurz, aber verbindlich.